Löschgruppe Eisbergen - Stadt Porta Westfalica

Chronik FE

Zusammengestellt von Frank Dröge im Jahr 2006, 2007 und 2011

Inhalt:

Kapitel I
Auszugsweise textliche Chronik zum Feuerwehrmann im Bereich des früheren Amtes Hausberge
Kapitel II
Chronik der freiwilligen Feuerwehr Eisbergen in tabellarischer Form
Kapitel III
Begriffserklärungen und Abbildungen

I. Allgemeines zum Feuerwehrwesen im Bereich des früheren Amtes Hausberge

Im Kreis Minden-Lübbecke ist die Freiwillige Feuerwehr Lübbecke eine der ältesten Wehren.
Dort hatten einige Männer aus der Turnerschaft bereits 1866 freiwillig die Aufgaben einer
Brandabwehr übernommen. Weiter folgten im Kreisgebiet 1872 in Bad Oeynhausen die Gründung einer Freiwilligen
Feuerwehr (bereits 1861 hatte dort ein Rettungskorps die Aufgaben der Feuerwehr
übernommen), und in 1885 dann in Rahden.

In der Stadt Porta Westfalica ist nur eine Löschgruppe älter, als die 1907 in Eisbergen
gegründete. Zuvor wurde der Brandschutz in den einzelnen Ortsteilen von Pflichtfeuerwehren
gesichert. Für diese wurden alle männlichen Einwohner einer bestimmten Altersgruppe erfasst
und unter der Leitung einer geeigneten Person zum Löschdienst verpflichtet.
Wie das mit Pflicht-Aufgaben (auch heute noch oder erst recht) oft so ist: Der erhoffte Erfolg
ließ damals auf sich warten. Nach und nach fanden sich dann in den einzelnen Orten einige
beherzte Männer zusammen, und gründeten die freiwilligen Feuerwehren in den einzelnen
Gemeinden (siehe Tabelle rechts)

Gründungsjahr Name der Löschgruppe
1892 Hausberge
1907 Eisbergen
1924 Holzhausen
1924 Barkhausen
1925 Veltheim
1926 Lohfeld
1928 Lerbeck
1931 Neesen
1931 Wülpke
1933 Vennebeck
1935 Nammen
1935 Kleinenbremen
1936 Holtrup
1936 Möllbergen
1946 Costedt
???? Meißen
???? Uffeln

Im Jahre ? 1941 ? erfolgte der Zusammenschluss der Gemeinden im damaligen Amt Hausberge zu einem Amtsfeuerwehrverband. Es war quasi eine Übertragung des Feuerlöschwesens auf das damalige Amt Hausberge, welches damit in die Lage versetzt wurde – das war zumindest das Ziel – den Feuerwehreinsatz zum Wohle der Bevölkerung von sich aus zu konzentrieren.

Am 01.01.1966 wurden die damals noch 16 Löschgruppen (mit Uffeln, heute zu Vlotho) des Amtsverbandes Hausberge in 4 Löschzüge eingeteilt. Jedem Löschzug wurde ein Großfahrzeug zugewiesen. Die Zusammenfassung von theoretischer Ausbildung und praktischen Übungen auf Zugebene bewirkte eine verstärkte und schnellere Brandbekämpfung.

Im folgenden sind die beiden Ärmelabzeichen der Freiwilligen Feuerwehr Porta Westfalica abgebildet. Zunächst wurde ein Wappen auf rotem Grund geführt, später wurde dann auf schwarzem Grund gewechselt - diese Version wird auch aktuell auf den Uniformen getragen.

Ärmelabzeichen Amt Hausberge

Ärmelabzeichen Amt Hausberge

Ärmelabzeichen Porta

Ärmelabzeichen Porta

Ärmelabzeichen Feuerwehr Porta heute

Ärmelabzeichen 2011

Am 01.01.1973 kam es zur Gebietsreform. Demzufolge wurde aus der Freiwilligen Feuerwehr des Amtes Hausberge die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Porta Westfalica. Die Löschgruppe Meißen wurde der FF Minden und die Löschgruppe Uffeln der FF Vlotho zugegliedert. Im Gegenzug erhielt die Stadt Porta Westfalica vom ehemaligen Amt Dützen die LG Barkhausen zugeordnet. Die FF Porta Westfalica bestand jetzt folglich aus 15 Löschgruppen – die Aufteilung der Löschzüge musste angepasst werden. Die nun 5 Züge setzten sich wie folgt zusammen:

Löschzug I aus den LG's Hausberge, Holzhausen und Lohfeld unter Brandmeister Lindemeier mit folgenden Fahrzeugen: 1 Tanklöschfahrzeug TLF 16, 1 Schlauchwagen SW 1000, 2 Tragkraftspritzenfahzeuge TSF-T, 1 Mannschaftstransportwagen MTW und 1 Kommandowagen FuKo.

Löschzug II aus den LG's Vennebeck, Costedt und Holtrup unter Oberbrandmeister Wehmeier mit folgenden Fahrzeugen: 1 Tanklöschfahrzeug TLF 16, 2 Tragkraftspritzenfahzeuge TSF-T und 1 Rüstwagen RW 2.

Löschzug III aus den LG's Eisbergen, Veltheim und Möllbergen unter Oberbrandmeister Vauth mit folgenden Fahrzeugen: 1 Löschgruppenfahrzeug LF 16, 2 Tragkraftspritzenfahzeuge TSF-T und 2 Mannschaftstransportwagen MTW.

Löschzug IV aus den LG's Kleinenbremen, Wülpke und Nammen unter Oberbrandmeister Harting mit folgenden Fahrzeugen: 1 Tanklöschfahrzeug TLF 16 und 2 Tragkraftspritzenfahrzeuge TSF-T.

Löschzug V aus den LG's Barkhausen, Neesen und Lerbeck unter Oberbrandmeister Werner mit folgenden Fahrzeugen: 1 Tanklöschfahrzeug TLF 16, 2 Tragkraftspritzenfahrzeuge TSF-T und 1 Mannschaftstransportwagen MTW.

Außerdem standen zu der Zeit den LG's Veltheim und Kleinenbremen noch je 1 Tanklöschfahrzeug TLF 8 (Unimog) und der LG Holzhausen 1 Hilfs-Rüstwagen (Unimog) des Katastrophenschutzes zur Verfügung.

Ab dem 29.10.1976 wurde das Gerätehaus der LG Hausberge an den Wochenenden als ehrenamtliche Feuerwache von einigen Kameraden der FF besetzt.
Zu der Zeit waren in der Freiwilligen Feuerwehr Porta Westfalica insgesamt 503 Kameradinnen und Kameraden aktiv tätig; 169 gehörten der Altersabteilung an. Die Jugendfeuerwehr bestand aus 150 Mitgliedern. Als Wehrführer war der Hauptbrandmeister H. Schaper aus Kleinenbremen und als stellv. Wehrführer der Hauptbrandmeister H. Sigges aus Holzhausen eingesetzt.

II. Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Eisbergen in tabellarischer Form

Datum Ereignis Quellenangabe
1907 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Eisbergen
durch einige pflichtbewusste Männer des Dorfes
Eisbergen. Ein Steigerturm wurde gebaut und
eine erste Spritze beschafft.
Festzeitschrift zum
Kreistreffen 1977 in
Eisbergen
Die Gründung wurde seinerzeit von Ortsvorsteher
August Vauth maßgeblich unterstützt. Unter der
Führung von Hauptmann August Röckemann
wurden 45 Männer der Wehr eingekleidet.
Chronik „Eisbergen“,
Band I, 1996,
Hans Reese /
Reinhard Busch
1908 Gründung eines Trommler- und Pfeiferkorps.
Später dann wurde auch eine Blaskapelle ins
Leben gerufen.
Festzeitschrift zum75-jährigen
Jubiläum der LG Eisbergen
ca. 1912 Foto: Freiwillige Feuerwehr Eisbergen 1912 am
Gerätehaus mit Steigerturm
Das Gerätehaus stand seinerzeit an der
Bahnbrücke am Lammerbach, also nördlich der
Bahnlinie Hameln-Löhne.
keine
1927 20-Jahr-Feier in Verbindung mit dem westfälischlippischen
Verbandsfest.
Festzeitschrift zum
Kreistreffen 1977 in
Eisbergen
1928 Umwandlung des Trommler- und Pfeifferkorps in
eine Blaskapelle welche bis 1939 aktiv war.
Chronik „Eisbergen“,
Band I, 1996,
Hans Reese /
Reinhard Busch
1934 Übernahme der Eisberger Wehr in den
Amtsverband Hausberge.
Festzeitschrift zum
Kreistreffen 1977 in
Eisbergen
1934 Auflösung der Freiwilligen Feuerwehr Eisbergen
und Übergang als Feuerlöschzug Eisbergen in
den Verein Freiwillige Feuerwehr des Amtes
Hausberge
Chronik „Eisbergen“,
Band I, 1996,
Hans Reese /
Reinhard Busch
1938 Anschaffung einer Motorspritze TS 8/8 Meyer-
Hagen mit Anhänger.
Festzeitschrift zum
Kreistreffen 1977 in
Eisbergen
1938/39
Umwandlung der Freiwilligen Feuerwehr in die
Feuerlöschpolizei durch das Nazi-Regime.
Feuerwehrleute wurden zu Hilfspolizisten und
unterstanden dem Reichspolizeicorps.
Chronik „Eisbergen“,
Band I, 1996,
Hans Reese /
Reinhard Busch
1942 Anschaffung eines Löschfahrzeuges LF 8. Festzeitschrift zum
Kreistreffen 1977 in
Eisbergen
1942 Im Rahmen eines Kriegseinsatzes wurde das LF 8 sogar in Dortmund eingesetzt. Chronik „Eisbergen“,
Band I, 1996,
Hans Reese /
Reinhard Busch
1945 Erwerb eines Löschfahrzeuges LF 25 [Magirus
„Langschnauzer“].
Festzeitschrift zum
Kreistreffen 1977 in
Eisbergen
1945 Das LF 25 ist ein in der Nähe von Wanderers
Ruh' liegen gebliebenen Fahrzeug von einer
Heeres-Feuerwehreinheit. Es wurde abgeschleppt
und wieder flott gemacht. Die Wehr musste dafür
ihr LF 8 nach Uffeln abgeben.
Chronik „Eisbergen“,
Band I, 1996,
Hans Reese /
Reinhard Busch
1946 Neugründung der Feuerwehrkapelle, welche sich
aber in 1956 wieder auflöste.
Chronik „Eisbergen“,
Band I, 1996,
Hans Reese /
Reinhard Busch
1950 Bau des heute noch bestehenden Feuerwehr-
Gerätehauses mit dem Schlauchturm. In dem
Gebäude wurde damals auch das Gemeindebüro
mit dem Ratssaal untergebracht.
Chronik „Eisbergen“,
Band I, 1996,
Hans Reese /
Reinhard Busch
1957 Feier des 50-jährigen Jubiläums. Festzeitschrift zum
Kreistreffen 1977 in
Eisbergen
1957 Gründung des Spielmannszuges unter dem
ehemaligen Regimentstambourmajors Hermann
Nolte.
Chronik „Eisbergen“,
Band I, 1996,
Hans Reese /
Reinhard Busch
1958 Nach Auflösung des Blasorchesters wurde ein
Spielmannszug unter der Leitung des ehemaligen
Regiments-Tambourmajors Hermann Nolte
gegründet.
Festzeitschrift zum75-jährigen
Jubiläum der LG Eisbergen
1964 Anschaffung eines Löschfahrzeuges LF 16 [Mercedes/Metz, „Rundhauber“]. Festzeitschrift zum Kreistreffen 1977 in Eisbergen
1967 Foto: Alte Handdruckpumpe, vermutlich kurz vor ihrer Verschrottung nach dem 60jährigen Jubiläum. keine
1973 Erneute Umbenennung der Freiwilligen Feuerwehr des Amtes Hausberge in die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Porta Westfalica mit der Löschgruppe Eisbergen. Chronik „Eisbergen“,Band I, 1996,Hans Reese / Reinhard Busch
1974 Stadtfeuerwehrtag Festzeitschrift zum Kreistreffen 1977 in Eisbergen
bis 1974 Im Zuge der fortschreitenden technischen Entwicklung wurden im Laufe der Jahre u.a. ein Pulverlöscher P 250, Atemschutz sowie feste und bewegliche Funksprechgeräte angeschafft. Festzeitschrift zum Kreistreffen 1977 in Eisbergen
bis 1975 Beschaffung und Restaurierung eines VW-Bulli durch den Spielmannszug. Es wurde somit ein Mannschaftstransportwagen (MTW) erstanden. Chronik „Eisbergen“, Band I, 1996, Hans Reese / Reinhard Busch
bis 1979 Ersatzbeschaffung für den MTW – wieder ein VW-Bulli. Chronik „Eisbergen“, Band I, 1996, Hans Reese / Reinhard Busch
bis 1984 Das ehemalige Gemeindebüro samt angrenzendem Ratssaal ging an die Löschgruppe über und wurde zum Versammlungs- und Aufenthaltsraum umgestaltet. Chronik „Eisbergen“, Band I, 1996, Hans Reese / Reinhard Busch
bis 1986 Der zweite Mannschaftstransportwagen wurde wieder durch einen neuen VW-Bulli ersetzt. Leider erledigte sich das Dasein dieses Fahrzeuges bereits nach 14 Tagen durch einen Unfall, bei welchem zum Glück kein Personenschaden entstand. Chronik „Eisbergen“, Band I, 1996, Hans Reese / Reinhard Busch
bis 1987 Es wurde ein neuer VW-Bulli als nun vierter MTW beschafft. (Dieses Fahrzeug ist noch heute (2011) im Dienst.) Chronik „Eisbergen“, Band I, 1996, Hans Reese / Reinhard Busch
unbekannt Ein ABC-Katastrofenschutzzug des Bundes wurde in Porta Westfalica stationiert. Ein Grußfahrzeug dieses Zuges, ein Dekontaminations-Mehrzweckfahrzeug DMF wurde in Eisbergen untergestellt. Zu den weiteren aktiven Gruppen dieses Zuges zählten neben der Eisberger Feuerwehr auch die Löschgruppen Veltheim und Möllbergen. keine
25.02.1989 Das LF 16, der Mercedes Rundhauber von 1964 wurde ausgemustert. Als vorübergehenden Ersatz erhielt die Eisberger Löschgruppe ein Reserve-Tanklöschfahrzeug TLF 16/25. Chronik „Eisbergen“, Band I, 1996,Hans Reese / Reinhard Busch
28.04.1989 Gründung der Jugendfeuerwehr Eisbergen im Rahmen eines Tages der offenen Tür. Ein Mädchen und sechs Jungen fanden sich unter der Leitung des ersten Jugendfeuerwehrwartes Heinz Schwarze zusammen. Chronik „Eisbergen“, Band I, 1996,Hans Reese / Reinhard Busch
09.03.1993 Das Ersatzfahrzeug, das TLF 16/25, wurde wieder abgezogen. Dafür erhielt die Löschgruppe Eisbergen das noch heute (2011) im Einsatz befindliche LF 16/12 auf MAN-Fahrgestell und mit einem Schlingmann-Aufbau. keine
2009 Das Dekontaminations-Mehrzweckfahrzeug DMF des in unserer Stadt stationierten ABC Katastrofenschutzzuges wurde auf Grund der Verlegung dieser Einheit verkauft. Ein Privatmann aus Hamburg war der Käufer. keine
02.03.2007 Mitgliederversammlung zur Vereinsgründung im Möllberger Prinsenhof. Eine Vereinssatzung und eine Beitragsordnungwaren bereits erarbeitet und auf der vorhergehenden Generalversammlung bereits vorgestellt keine
23.03.2007 Offizielle Anerkennung der Gemeinnützigkeit des zukünftigen Vereins durch das Finanzamt Minden. keine
04.05.2007 Eintragung des Vereins in das Vereinsregister beim Amtsgericht Minden. Der Name des Vereins lautet nun „Freiwillige Feuerwehr Porta Westfalica – Eisbergen e.V.“ keine
16.06.2007 Feierlichkeiten anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Feuerwehr in Eisbergen“. Es wurde ein Zelt- und Straßenfest an der Grundschule Eisbergen begangen mit Fahrzeugschau, Umzug, Rockband und diversen anderen Attraktionen. Es war die größte Festveranstaltung dieser Art, die je in Eisbergen stattgefunden hat. keine

III. Begriffserklärungen und Abbildungen

DMF = Dekontaminations-Mehrzweckfahrzeug
FE = Verein Freiwillige Feuerwehr Porta Westfalica – Eisbergen e.V.
FF = Freiwillige Feuerwehr
LF = Löschgruppenfahrzeug
LG = Löschgruppe
MTF = Mannschaftstransportfahrzeug
MTW = Mannschaftstransportwagen (alte Bezeichnung für das MTF)
TS = Tragkraftspritze

Freiwillige Feuerwehr Eisbergen im Jahre 1912 am Gerätehaus mit Steigerturm. Links am Bildrand ist die Bahnbrücke zu erkennen, rechts die Kirchturmspitze und ganz am rechten Bildrand das Gasthaus Fischer (heute „Zur Linde“.

Foto 1912 Steigersturm

Handschriftlicher Text von der Bildrückseite von 01/97: „Aufnahme verm. vom 60jährigen, 1967, danach wurde Pumpe verschrottet. Personen: An der Pferdeleine Friedr. Wiesehomeier (an der Schule) mit Pferden von Karl Schmedtlevin; mit dem Rücken zum Bild Heinr. Remmert (Tankopa) heute Freding; der Junge Heinrich Nolting jun. vom Friedhof, heute Schaumburger Straße 43.

Altes Fotos mit Pumpe